Information zum Pharma-Kodex

Was Veranstaltungsagenturen und Reisestellen wissen sollten: Der FSA-Kodex verbietet nicht per se Tagungen in 5-Sterne-Hotels, Veranstaltung und Tagungsort müssen in an­ge­mess­enem Verhältnis stehen. Das InterContinental Düsseldorf verfügt über das Zertifikat VDR-Certified und zeigt so, dass es sich auf die besonderen Anforderungen von Geschäfts­reisenden und Veranstaltungsplanern spezialisiert hat und der Business Charakter im Vordergrund steht.
 

Berlin, 14. November 2007 – Nach Angaben der DEHOGA verzichten in letzter Zeit mehr und mehr 5-Sterne-Hotels mit Hinweis auf den Kodex des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e. V. (FSA) auf ihre DEHOGA Folgeklassifizierung. Sie befürchten, dass viele Veranstaltungsagenturen und Reisestellen der Pharmaunternehmen nur noch 4-Sterne-Häuser oder nicht klassifizierte Hotels für Fortbildungsveranstaltungen buchen. Dass der Kodex Tagungen in 5-Sterne-Häusern verbietet, ist allerdings nicht richtig.

Der Verhaltenskodex des FSA, der u.a. die Zusammenarbeit von Pharmaindustrie und Ärzten regelt, befasst sich in diesem Rahmen auch mit der Ausgestaltung von medizinischen Veranstaltungen, Kongressen und berufsbezogenen wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen. Dabei verbietet der Verhaltenskodex nicht per se Tagungen in einem 5-Sterne-Hotel, sofern die Auswahl des Veranstaltungsortes „allein nach sachlichen Gesichtspunkten“ erfolgt. Der Freizeitwert eines Tagungsortes darf dabei nicht im Vordergrund stehen (§ 20 Abs. 3 Satz 2).

Im Gegenteil sollte bei einer sachlichen Auswahl im Sinne des Kodex vor allem darauf geachtet werden, dass die Tagungsstätte die Kriterien als Business-Konferenzhotel erfüllt. Die Kodexvorschriften lauten hierzu: „Unterbringung und Bewirtung dürfen einen angemessenen Rahmen nicht überschreiten und müssen insbesondere in Bezug auf den berufsbezogenen wissenschaftlichen Zweck der internen Veranstaltung von untergeordneter Bedeutung sein“ (§ 20 Abs. 3 Satz 1). Das bedeutet, dass der Business-Charakter des Hauses im Vordergrund stehen sollte und das Hotel keine Luxusmerkmale, wie zum Beispiel überdurchschnittliche Wellnessangebote, aufweisen darf. Zudem sind Hinweise in der Einladung oder während der Veranstaltung auf die Nutzung von Freizeitangeboten grundsätzlich untersagt. Ein Konferenzhotel, das den eigenen Freizeitcharakter nicht in den Vordergrund stellt, kann somit durchaus in die 5-Sterne DEHOGA-Kategorie fallen, ohne dass dies ein Ausschlusskriterium wäre.

Ein weiterer Anhaltspunkt, nach dem FSA-Mitglieder die Auswahl ihres Tagungsortes treffen, ist bspw. die Lage des Hotels. Die Teilnehmer sollten den Veranstaltungsort schnell und einfach erreichen können. Zudem sollte bei der Hotelwahl die räumliche Nähe von Wohn- bzw. Arbeitsstätte der Besucher zum Veranstaltungsort berücksichtigt werden. Regional günstig gelegene Orte sind demnach zu bevorzugen. Insgesamt sollte das Tagungsprogramm zeitlich straff gestaltet sein, so dass deutlich die wissenschaftliche Thematik im Vordergrund steht.

Die hier angesprochenen Gesichtspunkte sind natürlich nicht abschließend. Die Spruchpraxis wird immer auf die Umstände des Einzelfalls Bezug nehmen. Jedoch bieten die angeführten Kriterien eine gute Orientierung für Hotels, damit sie mit ihrer Angebotspalette für Unternehmen aus der Pharmabranche auch zukünftig als attraktive Tagungsorte im Gespräch bleiben können.

 

Über den FS Arzneimittelindustrie e.V.

Der Verein „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie“ e. V. (FSA) sichert und überwacht die Zusammenarbeit zwischen Pharmaindustrie und Ärzten sowie den Angehörigen der Fachkreise im Rahmen der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen und seines Verhaltenskodexes. Ziel ist es, ethisches Verhalten zwischen Pharmaindustrie und den Angehörigen der medizinischen Fachkreise zu fördern und einen fairen Wettbewerb der Unternehmen untereinander sicherzustellen.

Gegründet wurde der Verein mit Sitz in Berlin im Februar 2004 durch die Mitglieder des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) und nahm seine Tätigkeit im April des gleichen Jahres auf. Mittlerweile haben sich nach dem Beitritt der Mitglieder des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI), die verschreibungspflichtige Medikamente vertreiben, rund 120 pharmazeutische Unternehmen, darunter die größten in Deutschland tätigen, dem FSA angeschlossen und dem Kodex unterworfen. Die Mitgliedsunternehmen haben sich durch die Anerkennung des FSA-Kodex verpflichtet, die Therapiefreiheit des Arztes nicht zu beeinflussen, um die bestmögliche Versorgung des Patienten zu gewährleisten.

 

 

Quelle:
wbpr Public Relations GmbH
http://www.wbpr.de